Frauenmarsch in Delmenhorst
Zu einem sogenannten „Frauenmarsch“ trafen sich am Samstag, 5.Mai 2018, etwa hundert Personen, die sich aus den Spektren der AfD, ihrer Jugendorganisation JA, der „identitären Bewegung“ sowie einer …
Die Demonstration fand unter dem Label „Kandel ist überall“ statt und nahm dadurch Bezug auf eine Beziehungstat in der Südpfalz, die von den Organisator*innen rassistisch umgedeutet wird.
Diesem Teilnehmer war das Thema der Demonstration offenbar nicht bekannt.
Auch wenn ein sogenannter „Frauenmarsch“ angekündigt war, war die Versammlung eindeutig männlich dominiert.
Unter den Teilnehmer*nnen befand sich auch der Göttinger Lars Steinke (links im Bild), der Vorsitzende der niedersächsischen „Jungen Alternative“. Steinke gilt als völkischer Hardliner.
Auch das Logo der völkischen „identitären Bewegung“ wurde offen zur Schau gestellt.
Thorsten Moriße, in seiner Heimatstadt Wilhelmshaven politisch weitgehend isoliert, reiste auch nach Delmenhorst alleine an.
Ein halbes Dutzend Mitglieder des AfD-Kreisverbands „Oldenburg-Stadt/Ammerland“ fanden sich ebenfalls in Delmenhorst ein.
Viele Teilnehmerinnen der Versammlung versuchten, Gegendemonstrantinnen und Pressevertreter*innen abzufotografieren.
Der offensichtliche Leiter der Ordner*innen trug eine Bauchtasche mit der Aufschrift „81 Supporter“. Ein Code für die Untersützung der „Hells Angels“.
Aus Bremen reiste das AfD-Mitglied Alexander Tassis an, der zusammen mit wenigen Mitstreiter*innen erfolglos versuchte, ähnliche Kundgebungen in Bremen zu etablieren.
Im Pollunder: Christoph Tarek Merkel aus dem ostfriesischen Leer.
Als prominente Rednerin wurde das Brandenburger AfD-Mitglied Leyla Bilge eingeladen.
Andreas Paul, erfolgloser Oldenburger Direktkandidat zur Bundestagswahl 2017.
Bildmitte: Ein sympathisierendes „Kamerateam“ von dem AfD-nahen Videoformat „RIKO TV“ aus dem Landkreis Osnabrück.
Aus dem Landkreis Diepholz ist AfD-Kreisverbandsvorsitzender Andreas Iloff nach Delmenhorst gereist. Iloff pflegt seit vielen Jahren Kontakte in die militante Neonaziszene.
Organisiert wurde der „Frauenmarsch“ von der Leeraner AfD-Aktivistin Ina Raabe.
Bildmitte: AfD-Bundestagsabgeordneter Dietmar Friedhoff.
Aus dem militanten Neonazispektrum erschien eine Gruppe der selbsternannten „Bruderschaft“ „Blood Brother Nation“ aus Vechta und Oldenburg. Rechts im Bild: Julian Klein aus Oldenburg-Stadt.
Der Teilnehmer links im Bild musste sein T-Shirt mit der neonazistischen Aufschrift „White Power“ auf links drehen. Das Symbol der „Schwarzen Sonne“ konnte er allerdings offen zur Schau stellen.
Bildmitte: Andreas Iloff mit seiner Lebensgefährtin.
Ganz links im Bild: Gerhard Vierfuß aus Oldenburg, führendes Mitglied des völkisch-nationalistischen „Oldenburger Kreis“ und ehemaliger Sprecher der lokalen AfD.
Andreas Paul aus Oldenburg im Gespräch mit Lars Steinke.
Mehr als 250 Menschen protestierten gegen den rassistischen „Frauenmarsch“. Es kam zu Blockadeversuchen und vereinzelten Rangeleien.
Während eines Blockadeversuchs kam es auch zu Gewalttätigkeiten der AfD-Aktivistin Leyla Bilge.
Bilge verhielt sich derart aggressiv, dass sie eine Flasche nach einem anwesenden Fotografen warf.
Gegendemonstrantinnen und Pressevertreterinnen wurden über die gesamte Dauer des Marschs gefilmt und fotografiert. Darüber hinaus kam es aber auch zu Nötigungen und Bedrohungen.
Zitieren
Recherche Nord: Frauenmarsch in Delmenhorst, Delmenhorst, 05.05.2018.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2018-05-05/