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Neonazis in Chemnitz

Neonazis in Chemnitz

Am 01.9.2018 fand im sächsischen Chemnitz ein Großaufmarsch von Neonazis und Rechtsradikalen statt.

Chemnitz 171 Bilder
Neonazis in Chemnitz
Die Anzahl der Teilnehmer*innen belief sich auf etwa 4500 Personen. Diese wurd3en von einem Großaufgebot der Polizei begleitet.

Die Anzahl der Teilnehmer*innen belief sich auf etwa 4500 Personen. Diese wurd3en von einem Großaufgebot der Polizei begleitet.

Nach einem tödlichem Messerangriff auf den 35-jährigen Daniel H. am vergangenem Sonntag versuchen Rechtspopulisten und Neonazis die Tat für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren.

Nach einem tödlichem Messerangriff auf den 35-jährigen Daniel H. am vergangenem Sonntag versuchen Rechtspopulisten und Neonazis die Tat für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren.

In den vergangenen Tagen kam es immer wieder zu Zwischenfällen. Am Montag, den 27.08.2018 marschierten etwa 1000 Neonazis, Rechtspopulisten und Rechtsradikale durch Chemnitz. Es kam zu Hetzjagden auf Migrant*innen.

In den vergangenen Tagen kam es immer wieder zu Zwischenfällen. Am Montag, den 27.08.2018 marschierten etwa 1000 Neonazis, Rechtspopulisten und Rechtsradikale durch Chemnitz. Es kam zu Hetzjagden auf Migrant*innen.

Für Samstag, den 01.09.2018 meldete die rechtspopulistische Vereinigung und selbsternannten Bürgerbewegung "PRO Chemnitz" abermals eine Demonstration in der drittgrößten Stadt Sachsens an.

Für Samstag, den 01.09.2018 meldete die rechtspopulistische Vereinigung und selbsternannten Bürgerbewegung “PRO Chemnitz” abermals eine Demonstration in der drittgrößten Stadt Sachsens an.

Als Chef von "PRO Chemnitz" tritt der 41. jährige Martin Kohlmann in Erscheinung. Der Fachanwalt für Strafrecht agierte zuvor in den Reihen der rechtsradikalen "Republikanern" (REP).

Als Chef von “PRO Chemnitz” tritt der 41. jährige Martin Kohlmann in Erscheinung. Der Fachanwalt für Strafrecht agierte zuvor in den Reihen der rechtsradikalen “Republikanern” (REP).

Der Lokalpolitiker Kohlmann, der auch über einen Sitz im Stadtrat von Chemnitz verfügt nutzte die "Bürgerbewegung" bislang vor allem zur eigenen Imagepflege und als rechtspopulistische Wählervereinigung bei Kommunalwahlen.

Der Lokalpolitiker Kohlmann, der auch über einen Sitz im Stadtrat von Chemnitz verfügt nutzte die “Bürgerbewegung” bislang vor allem zur eigenen Imagepflege und als rechtspopulistische Wählervereinigung bei Kommunalwahlen.

"PRO Chemnitz", um Martin Kohlmann verstanden es in den vergangenen Tagen den tragischen Todesfall für die eigene politische Agenda zu instrumentalisieren und als Mobilisierungsfaktor nutzbar zu machen.

“PRO Chemnitz”, um Martin Kohlmann verstanden es in den vergangenen Tagen den tragischen Todesfall für die eigene politische Agenda zu instrumentalisieren und als Mobilisierungsfaktor nutzbar zu machen.

Auch Götz Kubitschek (Bildmitte) vom Institut für Staatspolitik (IfS) fand sich am vergangenen Samstag in Chemnitz ein. Das IfS wird den Strukturen der soganennten "Neuen Rechten" zugerechnet und vertritt rechtspopulistische bis hin zu neofaschistischen Positionen. Ziel des IfS ist es den politischen Diskurs zu beeinflußen.

Auch Götz Kubitschek (Bildmitte) vom Institut für Staatspolitik (IfS) fand sich am vergangenen Samstag in Chemnitz ein. Das IfS wird den Strukturen der soganennten “Neuen Rechten” zugerechnet und vertritt rechtspopulistische bis hin zu neofaschistischen Positionen. Ziel des IfS ist es den politischen Diskurs zu beeinflußen.

Verlesung der Auflagen zu Beginn der Veranstaltung von "PRO Chemnitz"

Verlesung der Auflagen zu Beginn der Veranstaltung von “PRO Chemnitz”

Zum Organisationskreis gehörte am vergangenem Samstag auch Thomas Witte (Bildmitte) vom Verein "Heimattreue Niederdorf e.V.". Veranstaltungen des Vereins werden regelmäßig von Neonazis frequentiert.

Zum Organisationskreis gehörte am vergangenem Samstag auch Thomas Witte (Bildmitte) vom Verein “Heimattreue Niederdorf e.V.”. Veranstaltungen des Vereins werden regelmäßig von Neonazis frequentiert.

Dem Aufruf der Veranstalter*innen folgten auch Neonazis aus den Strukturen der sogenannten "Soliders of Odin Germany" (S.O.O.G.) Die Organisation wird von den Sicherheitsbehörden beobachtet. Die "Soliders of Odin" (S.O.O.) wurden ursprünglich in Finnland gegründet und agieren als neonazistische Bürgerwehr.

Dem Aufruf der Veranstalter*innen folgten auch Neonazis aus den Strukturen der sogenannten “Soliders of Odin Germany” (S.O.O.G.) Die Organisation wird von den Sicherheitsbehörden beobachtet. Die “Soliders of Odin” (S.O.O.) wurden ursprünglich in Finnland gegründet und agieren als neonazistische Bürgerwehr.

Hier das Führungsduo der S.O.O.G. Mecklenburg-Vorpommern.

Hier das Führungsduo der S.O.O.G. Mecklenburg-Vorpommern.

Auch aus Berlin waren Anhänger der Organisation angereist.

Auch aus Berlin waren Anhänger der Organisation angereist.

Zur Veranstaltung von "Pro Chemnitz" fanden sich etwa 3000 Teilnehmer*innen ein.

Zur Veranstaltung von “Pro Chemnitz” fanden sich etwa 3000 Teilnehmer*innen ein.

Demokrativerständnis...
Demokrativerständnis…
Auch etliche Anhänger*innen der militanten Neonaziszene mobilisierten, wie bereits am vergangenen Montag, nach Chemnitz. Unter ihnen befand sich auch Christian Fischer. Der ehemalige Aktivist der verbotenen "Heimattreuen Deutschen Jugend" (HDJ), und der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN) gehörte 200 7 zu den Mitorganisatoren eine sogenannten "Rasseschulung" der HDJ bei der bereits Kleinkinder teilnahmen.

Auch etliche Anhänger*innen der militanten Neonaziszene mobilisierten, wie bereits am vergangenen Montag, nach Chemnitz. Unter ihnen befand sich auch Christian Fischer. Der ehemalige Aktivist der verbotenen “Heimattreuen Deutschen Jugend” (HDJ), und der NPD-Jugendorganisation “Junge Nationaldemokraten” (JN) gehörte 200 7 zu den Mitorganisatoren eine sogenannten “Rasseschulung” der HDJ bei der bereits Kleinkinder teilnahmen.

Auch Aktivisten der Dortmunder Neonaziszene zog es am vergangenem Samstag nach Chemnitz.

Auch Aktivisten der Dortmunder Neonaziszene zog es am vergangenem Samstag nach Chemnitz.

Ebenso wie Neonazis aus Niedersachsen, insbesondere der JN Braunschweig.

Ebenso wie Neonazis aus Niedersachsen, insbesondere der JN Braunschweig.

Bildmitte: Einer der mutmaßlichen Koordinatoren der organisierten Angriffe auf Journalist*innen. Kleine Gruppen von zwei bis vier Personen wurden augenscheinlich durch Neonazis mit Informationen über unliebsame Journalist*innen versorgt. Mehrfach kam es zu dem Versuch diesen Journalist*innen habhaft zu werden.

Bildmitte: Einer der mutmaßlichen Koordinatoren der organisierten Angriffe auf Journalistinnen. Kleine Gruppen von zwei bis vier Personen wurden augenscheinlich durch Neonazis mit Informationen über unliebsame Journalistinnen versorgt. Mehrfach kam es zu dem Versuch diesen Journalist*innen habhaft zu werden.

Bildmitte: der frühere Betreiber des neonazistischen Labels "PC-Records" Yves Rahmel.

Bildmitte: der frühere Betreiber des neonazistischen Labels “PC-Records” Yves Rahmel.

Ehemalige Aktivisten von "Blood&Honour" waren ebenfalls in Chemnitz vertreten...

Ehemalige Aktivisten von “Blood&Honour” waren ebenfalls in Chemnitz vertreten…

Der langjährige Neonazifunktionär Bernd Stehmann (Bildmitte) war ebenfalls zugegen.

Der langjährige Neonazifunktionär Bernd Stehmann (Bildmitte) war ebenfalls zugegen.

Ein weiterer mutmaßlicher Koordinator der Angriffe auf Medienvertreter*innen...

Ein weiterer mutmaßlicher Koordinator der Angriffe auf Medienvertreter*innen…

Die "Greiftrupps" der Neonazis koordnierten sich dabei über Smartphones.

Die “Greiftrupps” der Neonazis koordnierten sich dabei über Smartphones.

Eine antifaschistische Blockade hielt den Aufmarsch der angereisten Neonazis schließlich auf.

Eine antifaschistische Blockade hielt den Aufmarsch der angereisten Neonazis schließlich auf.

Zuvor hatten sich die Teilnehmer*innen der "PRO Chemnitz" Veranstaltung mit Teilnehmer*innen eines "AfD-Trauermarsches" zusammengeschlossen.

Zuvor hatten sich die Teilnehmerinnen der “PRO Chemnitz” Veranstaltung mit Teilnehmerinnen eines “AfD-Trauermarsches” zusammengeschlossen.

Der thüringische AfD-Landesvorsitzende löste die Veranstaltung angesicht der Blockade schließlich auf. Ein Umstand welche die organisierte Neonaziszene ihrerseits zu nutzen suchte.

Der thüringische AfD-Landesvorsitzende löste die Veranstaltung angesicht der Blockade schließlich auf. Ein Umstand welche die organisierte Neonaziszene ihrerseits zu nutzen suchte.

Neonazis wie Christian Fischer (rechts, schwarze Kleidung) scharrten Kleinstgruppen zusammen und verteilten Instruktionen.

Neonazis wie Christian Fischer (rechts, schwarze Kleidung) scharrten Kleinstgruppen zusammen und verteilten Instruktionen.

Ziel war es das Gemisch von Rechtspopulisten und Neonazis zum Angriff auf die Gegenproteste zu animieren. Ein Durchbruchsversuch durch die Polizeiabsperrung wurde daraufhin besprochen und vorbereitet.

Ziel war es das Gemisch von Rechtspopulisten und Neonazis zum Angriff auf die Gegenproteste zu animieren. Ein Durchbruchsversuch durch die Polizeiabsperrung wurde daraufhin besprochen und vorbereitet.

Nachdem sich die Kleingruppen positioniert hatten begann der Durchbruchsversuch.

Nachdem sich die Kleingruppen positioniert hatten begann der Durchbruchsversuch.

Damit einher ging die Animation anderer Aufmarschsteilnehmer*innen sich am Angriff auf die Polizeiabsperrung zu beteiligen.

Damit einher ging die Animation anderer Aufmarschsteilnehmer*innen sich am Angriff auf die Polizeiabsperrung zu beteiligen.

Vorne mit dabei: Gerd Ulrich, ehemaliges Mitglied der verbotenen "Wiking Jugend" (WJ) und Aktivist der ebenfalls verbotenen HDJ.

Vorne mit dabei: Gerd Ulrich, ehemaliges Mitglied der verbotenen “Wiking Jugend” (WJ) und Aktivist der ebenfalls verbotenen HDJ.

Niedersächsiche und nordrhein-westfälische Neonazis stellten dabei einen Teil der ersten Reihen.

Niedersächsiche und nordrhein-westfälische Neonazis stellten dabei einen Teil der ersten Reihen.

Der Versuch schlug jedoch fehl. Nachdem eine Reiterstaffel der Polizei hinzugezogen wurde, begannen sich die Neonazis in die hinteren Reihen zurückzuziehen.

Der Versuch schlug jedoch fehl. Nachdem eine Reiterstaffel der Polizei hinzugezogen wurde, begannen sich die Neonazis in die hinteren Reihen zurückzuziehen.

Teilnehmer*innen aus Frankreich.
Teilnehmer*innen aus Frankreich.
Ein Teil der angereisten Neonazis zog sich in die Seitenstraßen zurück und formierte sich in Kleinstgruppen mit dem Ziel Angriffe auf Gegendemonstrat*innen und Medienvertreter*innen durchzuführen.

Ein Teil der angereisten Neonazis zog sich in die Seitenstraßen zurück und formierte sich in Kleinstgruppen mit dem Ziel Angriffe auf Gegendemonstratinnen und Medienvertreterinnen durchzuführen.

Zitieren

Recherche Nord: Neonazis in Chemnitz, Chemnitz, 01.09.2018. Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2018-09-01/
Recherche Nord

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Bildnachweis
© recherche-nord — Neonazis in Chemnitz, 01.09.2018
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