"Marginale Opposition" – NPD-Wahlkampfauftakt in Hannover
Unter dem Motto "Widerstand ist wählbar" startete die NPD am 20.4.2019 in Niedersachsen in den Europawahlkampf.
Nach dem etwas verspäteten Eintreffen der NPDler war auch in Hannover, wie schon vorher in Göttingen , festzustellen, dass die angekündigte “nationale Opposition” eher eine “marginale Opposition” sein würde.
Gerade einmal 10 Personen entstiegen den beiden Fahrzeugen, mit denen die Wahlkämpfer um Carsten Dicty angereist waren – nicht einmal genug Personal, um die mitgebrachten Transparente halten zu können.
Da sich am Kundgebungsort keine weiteren Teilnehmer*innen mehr einfanden, hieß es für die Truppe um Ronny Zasowsk und Sebastian Weidler auf Verstärkung von auswärts zu warten.
Diese Verstärkung kam etwa eine Stunde nach dem eigentlich angesetzten Kundgebungsbeginn. Vier Mitglieder der “Kameradschaft Einbeck” um Maurice Brosenne, die auch schon in Göttingen als “Transparenthalter” ausgeholfen hatten, ermöglichten dann endlich den Beginn der Kundgebung.
Carsten Dicty und Joost Nolte fungierten wie schon im vergangenen Jahr beim TddZ in Goslar als Anmelde- und Organisationsteam,
wobei Nolte auch den Moderationspart übernahm. Erst im vergangenen Jahr gründete Nolte den Kreisverband “Die Rechte Südost-Niedersachsen”, die nach dem nicht gerade erfolgreichen TddZ völlig in der Versenkung verschwand.
Nun scheint Nolte seine neue Heimat in der ebenfalls bedeutungslosen NPD zu sehen.
Als erster Redner trat in Hannover Sebastian Weigler, Vorsitzender dsr Landesverbandes Nord der Jungen Nationalisten, auf. Weigler, der keinerlei konkrete Aussagen zum Wahlprogramm der NPD machen konnte sondern lediglich die üblichen Klagen über “Identitätsverlust” und “Multikultiwahn” hören ließ, war übrigens das einzige Mitglied des NPD-Landesvorstandes, das sich an diesem Tag bei den Kundgebungen sehen ließ.
Hauptredner war Ronny Zasowsk aus Brandenburg, der stellvertretende NPD Bundesvorsitzende und Europakandidat der NPD auf Listenplatz 2. Zasowsk gelang es ebenfalls nicht in seiner Rede irgendwelche konkreten Punkte aus dem Wahlprogramm der NPD anzusprechen, da auch er sich lediglich auf die These „Migration tötet“ konzentrierte und darüberhinaus nur noch in der Lage war, die Teilnehmer*innen der zahlenmäßig starken Gegenkundgebung zu diffamieren.
Die Kundgebung verlief nicht ungestört, da es unzufriedenen Passant*innen mehrfach gelang ins Geschehen einzugreifen. Ein dritter geplanter Redebeitrag von Carsten Dicty fiel auf Grund der fortgeschrittenen Zeit aus.
Einer weiteren Person, die auch schon an der Kundgbung in Göttingen teilgenommen hatte, wurde in Hannover der Zutritt zur Versammlung verwehrt.
Trotz der fehlenden Beteiligung von Mitgliedern der NPD Hannover und des NPD-Landesvorstandes (beide existieren -wie vermutlich ein Großteil der niedersächsischen Kreisverbände- lediglich noch digital)…
…kündigte Joost Nolte zum Abschluss der Veranstaltung eine Demonstration der NPD in Hannover für den 23.11.2019 an, Motto: Hol dir deine Stadt zurück!
Auch wenn dieser Termin so gelegt ist, dass er sich nicht mit den zahlreichen rechten Festivals überschneidet, sieht es nach diesem eher dürftigen Wahlkampfauftakt nicht danach aus, als ob die NPD noch in der Lage wäre eine größere Anzahl von Teilnehmer*innen auf die Straße zu bringen. Auch bei der nachfolgenden Kundgebung in Lüneburg betrug die Teilnehmerzahl nicht mehr als 15. Und die Kundgebung in der “Überraschungsstadt” - Hamburg-Harburg- wurde letztendlich aus Zeitgründen abgesagt.
Zitieren
Recherche Nord: "Marginale Opposition" – NPD-Wahlkampfauftakt in Hannover, Hannover, 20.04.2019.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2019-04-20/