Vortrag und Rechtsrock-Liederabend in Eisenach
Am vergangenen Samstag den 26. August 2023 fand im thüringischen Eisenach neben einem Vortrag ein Rechtsrock-Liederabend der Neonaziszene statt.
Am vergangenen Samstag den 26. August 2023 fand im thüringischen Eisenach neben einem Vortrag ein Rechtsrock-Liederabend der Neonaziszene statt. Wie bereits in der Vergangenheit nutzten die Veranstalter*innen die Räumlichkeiten des sog. Flieder Volkshauses - der Landesgeschäftsstelle der neonazistischen Partei “Die Heimat”, ehemals NPD.
Die Landesgeschäftsstelle wurde in den vergangenen Jahren nach und nach zur Festung ausgebaut. Stacheldraht ziert das Gebäude.
Das Gebäude ist Sitz verschiedener extrem rechter Organisationen.
Der Vortrag wurde gehalten von Sebastian Schmidtke, seines Zeichens stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei “Die Heimat”. Schmidtke ist darüber hinaus Betreiber eines rechten Versandhandels und selbsternannter Journalist mit dem Themenschwerpunkt “Linksextremismus”. Sebastian Schmidtke kam jedoch etwas früher als geplant und musste einige Zeit vor verschlossener Tür verharren.
Inhaltlich drehte sich der Vortrag von Sebastian Schmidtke um vermeintlich militante Strukturen einer von ihm ausgemachten linken Szene. Mit dieser Veranstaltungsreihe tourt der langjährige Neonazi bereits seit Monaten durch die Republik.
Neben Sebastian Schmidtke war auch der Auftritt des neonazistischen Liedermachers Björn Pessel alias “Visionär” angekündigt. (Hier nicht im Bild). Pessel wurde dabei von einigen Neonazis bei der Anreise begleitet.
Einem Beifahrer von Björn Pessel wurden seine Tätowierungen zum Verhängnis. Aufgrund eines SS-Totenkopfes erhielt dieser noch vor Beginn der Veranstaltung einen Platzverweis.
Pessel selbst erschien zu der Veranstaltung in der Aufmachung eines dem Fantasy-Genre entstammenden Pestarztes - inklusive Ledermaske und Kutte. Die Verkleidung kam nicht von ungefähr. Pessel war bekannt, dass sich am Veranstaltungsort Medienvertreter*innen aufhalten würden. Aus diesem Grund entschied sich der “Liedermacher” für diese, vermeintliche kreative Form der Vermummung.
Björn Pessel ließ es sich bei dieser Gelegenheit nicht nehmen, den anwesenden Journalist*innen eine Botschaft zu senden…
Die Vermummung schien Björn Pessel wichtig. So legte er diese auch nicht ab, als er sich später mit weiteren Neonazis vom Veranstaltungsort entfernte und Richtung Innenstadt spazierte. Gegenüber Polizeibeamten musste er die Vermummung jedoch abnehmen und sich ausweisen.
Ebenfalls vor Ort war Patrick Wieschke (rechts). Der 1981 geborene Neonazi ist derzeit Landesvorsitzender der Partei “Die Heimat”. Im Bundesvorstand der neonazistischen Partei übernimmt Wieschke derzeit die Funktion der Organisationsleitung.
Der Andrang zur Veranstaltung blieb bis zuletzt jedoch verhalten. Lediglich rund 40 Personen nahmen an der Veranstaltung teil.
Anreisende Teilnehmende wurden wurden von der Polizei durchsucht und ihre Personalien festgestellt. Die Polizei erteilte, sehr zum Unmut der Veranstalter*innen, auch einige Platzverweise wegen Verstoßes gegen §86a - dem Verwenden von Zeichen verbotener Organisationen. Der hier gezeigte Verweis auf die Gruppierung “Erschießungskommando” fällt jedoch nicht darunter.
Einzelne Teilnehmende wurden von der Polizei gründlich auf verbotene Symbole überprüft. Dazu richtete die Polizei mehrere Kontrollstellen ein.
Erneut ein Verweis auf die Gruppierung “Erschießungskommando”
Die Polizei sprach im Verlauf des frühen Abends auch einen Platzverweis gegen einen der hier anreisenden Neonazis aus. Dieser hatte eine Odalruhne auf den Unterarm tätowiert. Bei dessen Begleiter handelte es indes sich um keinen gänzlich Unbekannten, sondern um den Neonazi Stanley Röske, der dem Führungszirkel des 2021 verbotenen Netzwerks von Blood & Honour / Combat 18 zugerechnet wurde.
Neben weiteren Neonazis erhielt auch Stanley Röske beim Verbot von Combat 18 (C18) im Januar 2021 eine entsprechende Verbotsverfügung zugestellt.
Zuletzt musste sich Röske mit weiteren Neonazis im August 2022 vor dem Landgericht München verantworten. Der Münchner Prozess gegen mutmaßliche Funktionäre und Mitglieder des verbotenen Neonazi-Netzwerks »Blood & Honour« hat für die Neonazis mit Geld- und Bewährungsstrafen geendet. Ihnen wurde ihm die Fortführung der Organisation zur Last gelegt.
Aufgrund des Platzverweises gegen seinen Begleiter verließ auch Stanley Röske den Ort des Geschehens.
Zitieren
Recherche Nord: Vortrag und Rechtsrock-Liederabend in Eisenach, Eisenach, 26.08.2023.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2023-08-26/