Als Trauermarsch getarnte Wahlkampf-Demo der AfD in Magdeburg
Die AfD im Wahlkampfmodus: Nach der Todesfahrt in Magdeburg am 20. Dezember 2024, mobilisierte die AfD ihre Anhänger:innenschaft zu einer Kundgebung in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt.
Die AfD im Wahlkampfmodus: Nach der Todesfahrt in Magdeburg am 20. Dezember 2024, mobilisierte die AfD ihre Anhänger:innenschaft zu einer Kundgebung in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt.
Die Veranstaltung, bei der auch die Parteivorsitzende Alice Weidel als Rednerin auftrat, entpuppte sich als Wahlkampfkundgebung die sich rassistischer Weltbilder bediente.
Der Umsatnd, dass der Todesfahrer mit der AfD sympathisierte, wurde in den Redebeiträgen nur am Rand erwähnt.
Stattdessen wurde, versehen mit rassistischen Untertönen, immer wieder auf die migrantische Herkunft des Mannes verwiesen und ein rechter Kulturkampf beschworen.
Das Streben der AfD, mit ihrer politik Affekte gegen den Verstand zu mobilisieren und die offene Gesellschaft in eine feindselige, unsolidarische und kampfbereite Gemeinschaft zu verwandeln, traf bei den teilnehmenden auf breite Zustimmung.
Bei soviel Geraune einer -völkischen Rebbelion- durfte natürlich auch die militante Neonaziszene nicht fehlen.
So fanden zahlreiche Neonazis ebenfalls den Weg nach Magdeburg und nahmen an der AfD-Kundgebung und einer, als -Trauermarsch- deklarierten Demonstration teil.
Trauer war bei den angereisten Neonazis allerdings nicht das verbindende Element: am Rand der Veranstaltung machten die Neonazis Jagd auf vermeintlich politische Gegner:innen.
Die rassistische Mobilisierung besaß Kalkül: hier ging es weniger um Trauer und Verarbeitung der Todesfahrt von Magdeburg - sondern vielmehr um knallharte Politik.
Die AfD nutzte die Veranstaltung um ihre Kanzlerkandidatin Alice Weidel in Szene zu setzen.
Von der beschworenen Trauer war keine Spur als die AfD-Spitzenkandidatin für die anstehende Bundestagswahl die Bühne betrat. Stattdessen erfüllten, neben dem Neonazislogan -Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlasen-, die bekannten -Alice, Alice, Alice- Rufe den Domplatz.
Das es sich bei der Veranstaltung um ein reines Wahlkampfspektakel und eine damit verbundene Instrumentalisierung der Todesfahrt für die eigenen politischen Ziele handelte, zeigte auch die Anwesenheit des sogenannten - Filmkunstkollektivs-.
Beim -Filmkunstkollektiv- handelt es sich unter anderem um langjährige Aktivist:innen der -Identitären Bewegung- (IB), welche nun für die AfD in Wahlkämpfen Propaganda produzieren und diese in den Sozialen Medien platzieren.
Das es die AfD mit ihren Abgrenzungsbehauptungen und Unvereinbarkeitsbeschlüssen gegenüber neofaschistischen organisationen wie der -Identitären Bewegung- nicht ganz so genau nimmt, zeigt sich auch immer wieder an der (Noch-) Jugendorganisation der Partei - der -Jungen Alternative-.
Deren Mitglieder nahmen in der Vergangenheit immer wieder an IB-Aktivitäten teil oder starteten ihre politische Karriere ursprünglich in den IB-Strukturen.
Und auch die -Junge Alternative- beteiligte sich mit einem Teil ihrer Führungsmannschaft an der Inszenierung in Magdeburg.
Die rassistische Untermalung der Wahlkampfkundgebung war dabei augenscheinlich ganz nach ihrem Sinn - schließlich gehört Menschenfeindlichkeit und rechter Kulturkampf zur politischen DNA der umstrittenen AfD-Jugendorganisation.
Mit der vermeintlich -eigenen Kultur-, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit beschworen und anderen abgesprochen wird, hat die -Junge Alternative- allerdings noch ihre ganz eigenen Probleme.
So waren die angereisten JA-Mitglieder, darunter Teile des Bundesvorstands, nicht in der Lage das Weihnachtslied -Stille Nacht- zu singen. Der Liedtext war einfach nicht vollständig bekannt.
Zitieren
Recherche Nord: Als Trauermarsch getarnte Wahlkampf-Demo der AfD in Magdeburg, Magdeburg, 23.12.2024.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2024-12-23/