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"Studientage" beim ehem. IfS in Schnellroda

"Studientage" beim ehem. IfS in Schnellroda

Vom 24. bis 26.1.25 fanden in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) die sogenannten "Studientage" statt.

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"Studientage" beim ehem. IfS in Schnellroda
Vom 24. bis 26.1.25 fanden in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) die sogenannten "Studientage" statt.

Vom 24. bis 26.1.25 fanden in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) die sogenannten “Studientage” statt.

Zu der jährlichen Veranstaltung, die wie üblich in der Gaststätte "Zum Schäfchen" stattfand, reisten knapp 150 Personen aus den Strukturen der autoritären Rechten an.

Zu der jährlichen Veranstaltung, die wie üblich in der Gaststätte “Zum Schäfchen” stattfand, reisten knapp 150 Personen aus den Strukturen der autoritären Rechten an.

An den Veranstaltungen nimmt auch regelmäßig die extreme Rechte aus dem deutschsprachigen Ausland, Österreich und der Schweiz, teil.

An den Veranstaltungen nimmt auch regelmäßig die extreme Rechte aus dem deutschsprachigen Ausland, Österreich und der Schweiz, teil.

Dazu gehören unter anderem auch Mitglieder der Neonazi-Gruppierung "Junge Tat" aus der Schweiz. Diese fielen zuletzt durch eine Veranstaltung auf, an der sowohl Vertreter von der in Deutschland verbotenen Organisation "Blood&Honour" als auch Mitglieder der AfD teilnahmen.

Dazu gehören unter anderem auch Mitglieder der Neonazi-Gruppierung “Junge Tat” aus der Schweiz. Diese fielen zuletzt durch eine Veranstaltung auf, an der sowohl Vertreter von der in Deutschland verbotenen Organisation “Blood&Honour” als auch Mitglieder der AfD teilnahmen.

In den Jahren zuvor firmierte die Veranstaltung unter der Bezeichnung "Winterakademie" des Instituts für Staatspolitik (IfS). Nach der Selbstauflösung, Reorganisierung und Umbenennung der Organisation in "Menschenpark UG" wurde auch die Winterakademie in "Studientage" umbenannt. Die Selbstauflösung erfolgte mutmaßlich, um staatlichen Repressionen und einem vom IfS befürchteten Verbot zuvorzukommen.

In den Jahren zuvor firmierte die Veranstaltung unter der Bezeichnung “Winterakademie” des Instituts für Staatspolitik (IfS). Nach der Selbstauflösung, Reorganisierung und Umbenennung der Organisation in “Menschenpark UG” wurde auch die Winterakademie in “Studientage” umbenannt. Die Selbstauflösung erfolgte mutmaßlich, um staatlichen Repressionen und einem vom IfS befürchteten Verbot zuvorzukommen.

In Schnellroda werden Strategien der antidemokratischen Rechten vorgestellt, Konzepte entworfen und der politische Nachwuchs ideologisch geschult.

In Schnellroda werden Strategien der antidemokratischen Rechten vorgestellt, Konzepte entworfen und der politische Nachwuchs ideologisch geschult.

Hier geht es ganz konkret um einen Angriff auf die pluralistische Gesellschaftsordnung.

Hier geht es ganz konkret um einen Angriff auf die pluralistische Gesellschaftsordnung.

Um dieses Ziel zu erreichen, nutzen sie strategisch ihre engen Verwebungen zur AfD. Wie sie selbst schreiben, stammen viele der radikalsten Positionen der Partei von ihnen: "vieles" wurde aus dem Umfeld von Schnellroda "vorausgedacht, ausformuliert und in die Debatte erst eingespeist".

Um dieses Ziel zu erreichen, nutzen sie strategisch ihre engen Verwebungen zur AfD. Wie sie selbst schreiben, stammen viele der radikalsten Positionen der Partei von ihnen: “vieles” wurde aus dem Umfeld von Schnellroda “vorausgedacht, ausformuliert und in die Debatte erst eingespeist”.

Der Personenkreis, welcher dabei in Schnellroda zusammenkommt, sieht sich als Elite, als intellektuelle Speerspitze der nationalen Bewegung.

Der Personenkreis, welcher dabei in Schnellroda zusammenkommt, sieht sich als Elite, als intellektuelle Speerspitze der nationalen Bewegung.

In ihrer Selbstdarstellung heißt es dahingehend: Ihr Projekt arbeite "nicht in die Breite, sondern in die Spitze."

In ihrer Selbstdarstellung heißt es dahingehend: Ihr Projekt arbeite “nicht in die Breite, sondern in die Spitze.”

An diesem Tag war auch der Bruder des Veranstalters Götz Kubitschek vor Ort. Er versuchte seine Identität zu verschleiern, indem er mit den vor Ort anwesenden Pressevertreter:innen ausschließlich englisch sprach.

An diesem Tag war auch der Bruder des Veranstalters Götz Kubitschek vor Ort. Er versuchte seine Identität zu verschleiern, indem er mit den vor Ort anwesenden Pressevertreter:innen ausschließlich englisch sprach.

Neben Führungspersonen aus Deutschland waren auch zahlreiche Vertreter:innen der "Identitären Bewegung" aus Österreich zugegen. Darunter der ehemalige IB-"Posterboy", Martin Sellner.

Neben Führungspersonen aus Deutschland waren auch zahlreiche Vertreter:innen der “Identitären Bewegung” aus Österreich zugegen. Darunter der ehemalige IB-“Posterboy”, Martin Sellner.

Gegen Sellner lagen in der Vergangenheit Einreiseverbote mehrerer Staaten vor. In Deutschland bestand ein solches Verbot bis zum Sommer letzten Jahres.

Gegen Sellner lagen in der Vergangenheit Einreiseverbote mehrerer Staaten vor. In Deutschland bestand ein solches Verbot bis zum Sommer letzten Jahres.

Bereits die Anreise wurde wie der Rest der Veranstaltung selbst filmisch begleitet.

Bereits die Anreise wurde wie der Rest der Veranstaltung selbst filmisch begleitet.

Eine externe Dokumentation der Veranstaltung war trotzdem nicht erwünscht.

Eine externe Dokumentation der Veranstaltung war trotzdem nicht erwünscht.

Die Anreise zu den "Studientagen" begann bereits am Freitag. Viele Teilnehmende verbrachten die Nacht in Hotels und Unterkünften in der Umgebung.

Die Anreise zu den “Studientagen” begann bereits am Freitag. Viele Teilnehmende verbrachten die Nacht in Hotels und Unterkünften in der Umgebung.

Am Samstag reisten die Teilnehmenden ab kurz vor 8 Uhr morgens an. Mit dabei waren wie in den Jahren zuvor ebenfalls Kleinkinder und Kinder.

Am Samstag reisten die Teilnehmenden ab kurz vor 8 Uhr morgens an. Mit dabei waren wie in den Jahren zuvor ebenfalls Kleinkinder und Kinder.

Auch Aktivist:innen der Identitären Bewegung (IB) reisten aus verschiedenen Bundesländern an. Zu den anwesenden Aktivist:innen der bayrischen IB gehörten etwa Tim Schulz, kooptiertes Mitglied des AfD-Kreisvorstands München-Land und AfD-Mitglied Dennis B., der in den sozialen Medien unter dem Namen „arminiusdd“ auftritt und einen einschlägigen Podcast betreibt. Dennis B. und Tim Schulz traten in der Vergangenheit mehrfach bei Aktionen der regionalen IB-Gruppierung "Lederhosen Revolte" in Erscheinung.

Auch Aktivist:innen der Identitären Bewegung (IB) reisten aus verschiedenen Bundesländern an. Zu den anwesenden Aktivist:innen der bayrischen IB gehörten etwa Tim Schulz, kooptiertes Mitglied des AfD-Kreisvorstands München-Land und AfD-Mitglied Dennis B., der in den sozialen Medien unter dem Namen „arminiusdd“ auftritt und einen einschlägigen Podcast betreibt. Dennis B. und Tim Schulz traten in der Vergangenheit mehrfach bei Aktionen der regionalen IB-Gruppierung “Lederhosen Revolte” in Erscheinung.

Wie bereits in der Vergangenheit vermummten sich etliche Anreisende bei ihrer Ankunft, um von anwesenden Medienvertreter:innen nicht erkannt zu werden.

Wie bereits in der Vergangenheit vermummten sich etliche Anreisende bei ihrer Ankunft, um von anwesenden Medienvertreter:innen nicht erkannt zu werden.

Die Veranstaltung begann pünktlich um 10 Uhr, nachdem Kubitschek die Teilnehmenden wutschnaubend nach drinnen beorderte. Er selbst zog es vor, dem Veranstaltungsbeginn erst einmal fernzubleiben, um auf die Ankunft der Polizei zu warten, die es im späten Vormittagsverlauf dann doch nach Schnellroda schaffte.

Die Veranstaltung begann pünktlich um 10 Uhr, nachdem Kubitschek die Teilnehmenden wutschnaubend nach drinnen beorderte. Er selbst zog es vor, dem Veranstaltungsbeginn erst einmal fernzubleiben, um auf die Ankunft der Polizei zu warten, die es im späten Vormittagsverlauf dann doch nach Schnellroda schaffte.

Ebenfalls beliebt war während der diesjährigen "Studientage" die Anreise mit abgeklebten oder gänzlich abmontierten KfZ-Kennzeichen. Dass es sich dabei um einen nicht zu unterschätzenden Straftatbestand handelt, interessierte die Anreisenden offenbar wenig.

Ebenfalls beliebt war während der diesjährigen “Studientage” die Anreise mit abgeklebten oder gänzlich abmontierten KfZ-Kennzeichen. Dass es sich dabei um einen nicht zu unterschätzenden Straftatbestand handelt, interessierte die Anreisenden offenbar wenig.

Auch aus der Region Chemnitz reiste eine größere Gruppe IB-Aktivist:innen nach Schnellroda. Angeführt wurden diese durch Vincenzo Richter (Bildmitte) aus Chemnitz. Dieser gilt als eine der derzeit wichtigsten Führungsfiguren der neonazistischen Organisation in Deutschland.

Auch aus der Region Chemnitz reiste eine größere Gruppe IB-Aktivist:innen nach Schnellroda. Angeführt wurden diese durch Vincenzo Richter (Bildmitte) aus Chemnitz. Dieser gilt als eine der derzeit wichtigsten Führungsfiguren der neonazistischen Organisation in Deutschland.

Zu den Teilnehmenden der Veranstaltung gehörte auch Carolin Lichtenheld (links im Bild), AfD-Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende der Jungen Alternative Thüringen.

Zu den Teilnehmenden der Veranstaltung gehörte auch Carolin Lichtenheld (links im Bild), AfD-Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende der Jungen Alternative Thüringen.

Eine Besonderheit in diesem Jahr: Der Verantwortliche der aus dem IfS hervorgegangenen "Menschenpark UG", Götz Kubitschek, attackierte kurzerhand anwesende Pressevertreter:innen. Die Journalist:innen wurden beleidigt, bedroht und körperlich angegriffen. Er schlug gegen ihre Kameras, schubste sie wiederholt und entwendete ihnen zeitweise technisches Equipment. Das Nervenkostüm des als "Spiritus Rector" geltenden Kubitschek zeigte sich an diesem Tag sehr dünn und er offenbarte, dass seine Radikalität sich nicht nur in Worten niederschlägt.

Eine Besonderheit in diesem Jahr: Der Verantwortliche der aus dem IfS hervorgegangenen “Menschenpark UG”, Götz Kubitschek, attackierte kurzerhand anwesende Pressevertreter:innen. Die Journalist:innen wurden beleidigt, bedroht und körperlich angegriffen. Er schlug gegen ihre Kameras, schubste sie wiederholt und entwendete ihnen zeitweise technisches Equipment. Das Nervenkostüm des als “Spiritus Rector” geltenden Kubitschek zeigte sich an diesem Tag sehr dünn und er offenbarte, dass seine Radikalität sich nicht nur in Worten niederschlägt.

Der jahrelang von einigen etablierten Medien hofierte Götz Kubitschek trat hier offen als gewalttätiger Neofaschist auf. Zu den Schaulustigen gehörte auch der Mitveranstalter Erik Lehnert (links im Bild), der unter anderem als Berater für die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag tätig ist.

Der jahrelang von einigen etablierten Medien hofierte Götz Kubitschek trat hier offen als gewalttätiger Neofaschist auf. Zu den Schaulustigen gehörte auch der Mitveranstalter Erik Lehnert (links im Bild), der unter anderem als Berater für die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag tätig ist.

Während die Polizei bei den Attacken von Kubitschek mit Abwesenheit glänzte, besaß der Angriff auf die Medienvertreter:innen für die übrigen Anwesenden beinahe Eventcharakter. Die schaulustigen Teilnehmenden der Veranstaltung versammelten sich vor dem Eingang, beobachteten, stellten sich für eine bessere Sicht auf Treppenstufen auf und filmten die Szenerie. Es bleibt offen, ob sie Kubitschek bewusst seinem ausufernden Furor überließen, einige von ihnen wirkten mindestens irritiert von seiner Aggression.

Während die Polizei bei den Attacken von Kubitschek mit Abwesenheit glänzte, besaß der Angriff auf die Medienvertreter:innen für die übrigen Anwesenden beinahe Eventcharakter. Die schaulustigen Teilnehmenden der Veranstaltung versammelten sich vor dem Eingang, beobachteten, stellten sich für eine bessere Sicht auf Treppenstufen auf und filmten die Szenerie. Es bleibt offen, ob sie Kubitschek bewusst seinem ausufernden Furor überließen, einige von ihnen wirkten mindestens irritiert von seiner Aggression.

Die AfD für ihren Teil hat kein Problem mit Kubitschek. Mitglieder der AfD, auch ranghohe Funktionäre, nehmen immer wieder an seinen Veranstaltungen teil. Auch er ist ein gern gesehener Gast bei der AfD. Zuletzt besuchte er Mitte Januar den Bundesparteitag der AfD in Riesa und zeigte sich dort eng vertraut mit verschiedenen Vertreter:innen der Parteispitze.

Die AfD für ihren Teil hat kein Problem mit Kubitschek. Mitglieder der AfD, auch ranghohe Funktionäre, nehmen immer wieder an seinen Veranstaltungen teil. Auch er ist ein gern gesehener Gast bei der AfD. Zuletzt besuchte er Mitte Januar den Bundesparteitag der AfD in Riesa und zeigte sich dort eng vertraut mit verschiedenen Vertreter:innen der Parteispitze.

Die Nähe zur AfD zeigte sich auch in der organisatorischen Begleitung der Veranstaltung durch das sogenannte "Filmkunstkollektiv". Dieses war unter anderem für das Aufzeichnen der Redebeiträge während der Veranstaltung zuständig.

Die Nähe zur AfD zeigte sich auch in der organisatorischen Begleitung der Veranstaltung durch das sogenannte “Filmkunstkollektiv”. Dieses war unter anderem für das Aufzeichnen der Redebeiträge während der Veranstaltung zuständig.

Die aus IB-Strukturen hervorgegangene Gruppe rund um Simon Kaupert begleitet ansonsten insbesondere Veranstaltungen der AfD und JA, so waren sie im vergangenen Jahr bereits maßgeblich in Höckes Wahlkampf in Thüringen eingebunden.

Die aus IB-Strukturen hervorgegangene Gruppe rund um Simon Kaupert begleitet ansonsten insbesondere Veranstaltungen der AfD und JA, so waren sie im vergangenen Jahr bereits maßgeblich in Höckes Wahlkampf in Thüringen eingebunden.

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Recherche Nord: "Studientage" beim ehem. IfS in Schnellroda, Schnellroda, 25.01.2025. Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2025-01-25/
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© recherche-nord — "Studientage" beim ehem. IfS in Schnellroda, 25.01.2025
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