Gründung des "Mädelbundes" der "Jungen Nationalisten" (JN) auf dem "Heimathof" in Eschede - Kindeswohlgefährdung inbegriffen
Am 22. März 2025 fand auf dem sogenannten "Heimathof" im niedersächsischen Eschede ein Treffen der Neonazigruppierung "Jungen Nationalisten" (JN) statt.
Am 22. März 2025 fand auf dem sogenannten “Heimathof” im niedersächsischen Eschede ein Treffen der Neonazigruppierung “Jungen Nationalisten” (JN) statt.
Die Veranstaltung wurde zuvor in den (weitestgehend) abgeschotteten Kommunikationsstrukturen der Jugendorganisation beworben.
Als Veranstaltungsort wählte man den sogenannten “Heimathof” - eine abgelegene Immobilie im Besitz der Neonazi-Partei “Die Heimat” (ehemals NPD).
Auf dem Programm stand die Gründung vom “JN-Mädelbund” - einer Untergruppierung der “Jungen Nationalisten”.
Neben Mitgliedern des “JN-Mädelbundes” war auch das JN-Mitglied Lois Martin Wagner vor Ort. Kein Zufall - wohnt Wagner doch inzwischen im oberen Stockwerk des “Heimathofes”. Dort fallen ihm unter anderem Wachaufgaben zu.
Diese beabsichtigt der Neonazi auch bewaffnet durchzusetzen - eine eigens dafür bereitliegende Handfeuerwaffe, welche Stahlkugel verschießt, gehört dabei zu Wagners Inventar.
Vor Ort war auch die Neonaziaktivistin Jasmin Triebel, die ursprünglich zu den JN-Strukturen aus der Region Braunschweig zählte und inzwischen nach Sachsen-Anhalt verzogen ist.
Jasmin Triebel ist verheiratet mit Sebastian Weigler, dem derzeitigen Bundesvorsitzenden der “Jungen Nationalisten” (JN)
Sebastian Weigler (hier links im Bild) übernahm die Organisationsführung im Jahr 2022 und führt seitdem die nationalsozialistische Ausrichtung der Jugendorganisation konsequent fort.
Einige der Teilnehmenden brachten den kommenden politischen Nachwuchs gleich mit und betraten mit Kleinkindern auf dem Arm das Gelände.
Ein Großteil der Aktivitäten an diesem Tag fand in den Innenräumen des “Heimathofes” statt.
Als Veranstaltungsraum diente der umgebaute Schweinestall vom “Heimathof” - in mehreren Arbeitseinsätzen wurde hier ein Versammlungs- und Schulungsraum geschaffen.
Ebenfalls vor Ort war der langjährige Neonazi Dominic Rösch aus Schleswig-Holstein.
Bei Rösch (hier im Februar 2023 bei einer Demonstration in Dresden) handelt es sich um einen zentralen Akteur der Gruppierung.
Im JN-Bundesvorstand leitet Dominic Rösch das sogenannte “Amt Aktivismus” und ist damit zuständig für die Ausrichtung zentraler JN-Veranstaltungen.
Vor Ort war auch ein Mitglied vom JN-Stützpunkt Hannover (hier links im Bild), der in den letzten Jahren vor allen für den Vertrieb von Propagandamitteln (primär Aufkleber) verantwortlich zeichnete.
Bei dem bislang vor allem in Hintergrund (und beliebterweise vermummt) auftretenden JN-Mitglied handelt es sich um Torben Beier, Sohn des derzeitigen Geschäftsführers der Partei “Die Heimat” aus Brandenburg.
Inzwischen ist Beier nach Niedersachsen verzogen und kümmert sich derzeit vor allem um das Erstellen von Videos und Bildern für die “Jungen Nationalisten” oder schmückt (wie hier) bei Gelegenheiten die Neonazi-Immobilie mit Reichsfahnen.
Gemeinsam mit Lois Wagner (hier nach dem Aufhängen der Reichsfahnen am “Heimathof”) betreibt Beier inzwischen einen eigenen Internetstream.
Zum Programm der Gründungsveranstaltung gehörten auch mehrere Vorträge.
Als Referentin trat die ehemals aus der Region Wolfenbüttel stammende und inzwischen nach Schleswig-Holstein verzogene Loretta Lavinia Lenuweit auf.
Für den JN-Mädelbund referierte die langjährige Neonaziaktivistin dann im Rahmen der Veranstaltung über Fragen der Kindererziehung.
Wesentlicher Bestandteil von Lagern und internen Veranstaltungen ist das zeremonielle Hissen der JN-Organisationsfahne.
Während des Treffens vom “JN-Mädelbund” diente die Fahne vor allem als Hintergrund für kurze Videos - die zur späteren Veröffentlichung in den Sozialen Medien gedacht waren.
Wie bei allen größeren Zusammenkünften wurde auch in Eschede auf das Liederbuch “Heidenlieder aus 8. Jahrhunderten” zurückgegriffen. Das ursprünglich von verschiedenen Neonazigruppen, insbesondere der verbotenen “Artgemeinschaft” vertriebene Machwerk ist inzwischen das offizielle Liederbuch der “Jungen Nationalisten.
Hierin finden sich zahlreiche Lieder der Hitlerjugend, der Waffen-SS und allgemein aus der Zeit des historischen Nationalsozialismus.
Die Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche durch Verbreitung völkischer, rassistischer, nationalistischer und nationalsozialistischer Ansichten im Rahmen vorgeblich unpolitischer Freizeitangebote und das Singen bestimmter Lieder gehört bei den “Jungen Nationalisten” zum Programm - auch beim JN-Mädelbund.
Zum Rahmenprogramm des Gründungstreffens gehörten auch “kulturelle” Aktivitäten, wie das gemeinsame Bemalen von Holzscheiben.
Die Holzscheiben sollten im Anschluss auf dem Gelände verbleiben und zu Dekorationszwecken eingesetzt werden.
Dazu gehörte auch diese Baumscheibe, die laut einer anwesenden JN-Aktivistin “zu Ehren des Führers” bemalt wurde - da bleiben wenig Fragen offen.
Die Wahl der Symbole überrascht nicht - sehen sich die “Jungen Nationalisten” doch in Tradition zur Hitlerjugend (HJ).
Zu der auf zwei Tage angesetzten Veranstaltung gehörten auch gemeinsame Sporteinheiten.
Am frühen Nachmittag des ersten Veranstaltungstages entdeckten JN-Aktivisten ein Fahrzeug in der Nähe des Geländes. Da etliche der dort Anwesenden nicht erkannt werden wollten, vermummten sich diese…
Auch ein Vortrag über die Sagengestalt Ostera gehörte zum Programm. Gehalten wurde er von einer langjährigen JN-Aktivistin aus dem Großraum Hamburg.
Ebenfalls zum Programm gehörte das Singen rassistischer und antisemitischer Lieder, in denen auch zu körperlicher Gewalt aufgerufen wurde.
Der erste Veranstaltungstag endete dann mit einem vermeintlich unpolitischen Abendprogramm - das gemeinsame Sitzen um eine Feuerschale.
Doch auch hier ging es um knallharte Politik und Indoktrinierung der zum Teil minderjährigen Anwesenden indem in Liedtexten und im Flammenschein der Nationalsozialismus verherrlicht wurde.
Zitieren
Recherche Nord: Gründung des "Mädelbundes" der "Jungen Nationalisten" (JN) auf dem "Heimathof" in Eschede - Kindeswohlgefährdung inbegriffen, Eschede, 22.03.2025.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2025-03-22/