Heimat/JN: Offener Neonazi-Abend mit Demonstration in Essen
Ideologische Radikalisierung und Nachwuchsarbeit: Am vergangenen Freitag fand erneut ein „Offener Abend“ der Partei „Die Heimat“ in ihrer Landeszentrale in Essen statt. Ziel ist es, Jugendliche anzusprechen und an die neonazistische Partei anzubinden.
Am 11. Juli fand erneut ein “Offener Abend” der neonazistischen Partei “Die Heimat” in ihrer Landeszentrale in Essen-Kray statt.
Diese Veranstaltungsreihe läuft dort seit einigen Monaten - ihr Ziel: junge Menschen ansprechen, politisch auf Linie bringen und strukturell an die Partei binden.
Altbekannte Führungskader aus dem Umfeld der Partei, die bisher vor allem in Dortmund-Dorstfeld aktiv waren, investieren sichtbar in den Aufbau einer neuen Basis – diesmal in Essen. Im Fokus steht eindeutig die Nachwuchsarbeit.
Die Abende bestehen aus politischen Vorträgen zur ideologischen Radikalisierung. Im Anschluss folgt regelmäßig eine Demonstration, die augenscheinlich eine Art “Eventcharakter” für die Teilnehmenden bietet.
Auch am vergangenen Freitag zogen die Neonazis mit einer Demonstration durch den Stadtteil Essen-Kray.
Knapp 60 Personen nahmen daran teil - der Großteil von ihnen wieder einmal auffällig jung.
Neben bekannten Mitgliedern der Gruppe “Jung & Stark NRW”, die bereits seit einiger Zeit eng an die Heimat und die Jungen Nationalisten angebunden sind, kommen zu den “Offenen Abenden” auch immer wieder Jugendliche, die noch nicht fest in der Szene verankert sind.
Die Strategie scheint aufzugehen: niedrigschwelliger Einstieg, klare ideologische Botschaften, Gruppenzugehörigkeit.
Begleitet wurde die Veranstaltung von lautstarkem Gegenprotest. Dieser wurde von den Neonazis auf ihrer Kundgebung direkt angesprochen – wie gewohnt mit Beleidigungen und Einschüchterungsversuchen.
Sven Skoda, langjähriger Szene-Akteur, hob den “Nazi-Kiez” in Dortmund-Dorstfeld als “Leuchtturmprojekt im Westen” hervor und kündigte an, dass sich in Essen Vergleichbares entwickle. Die Szene will dort weiter Monat für Monat Präsenz zeigen.
Niklas Busch trat als Vertreter der JN mit einem kurzen Redebeitrag auf, in dem er beschwor, dass die “deutsche Jugend wieder krass” werde. Er beendete seine Rede mit einem Zitat Adolf Hitlers, den er zudem als “größten deutschen Staatsmann jemals” lobte. Keine Verkleidung, keine Zurückhaltung – blanker Nationalsozialismus.
Die Veranstalter machen aus ihrer Ideologie keinen Hehl. Auch bei der gezielten Ansprache von Jugendlichen stehen offen nationalsozialistische Inhalte im Zentrum. Wer hier rekrutiert, tut das mit faschistischer Agenda und langfristiger Strategie.
Zitieren
Recherche Nord: Heimat/JN: Offener Neonazi-Abend mit Demonstration in Essen, Essen, 11.07.2025.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2025-07-11-e/