Under Construction. Funktioniert irgendwas nicht? Schreib uns.
Zum Hauptinhalt springen
Nationalhymnen-Jubiläum mit der Heimat in Staufenberg

Nationalhymnen-Jubiläum mit der Heimat in Staufenberg

Neonazis marschieren nicht nur, sie singen sich ihren „Widerstand“ auch zusammen: In Staufenberg (Hessen) versammelten sich Neonazis, darunter ein AfD-Gründungsmitglied, um gegen die bestehende gesellschaftliche Ordnung zu demonstrieren.

Staufenberg 77 Bilder
Nationalhymnen-Jubiläum mit der Heimat in Staufenberg
Am 26. August fand im hessischen Staufenberg eine Kundgebung der neonazistischen Partei "Die Heimat" und ihrer Jugendorganisation "Junge Nationalisten" (JN) statt. Anlass war der Aufruf, vor dem dortigen Rathaus öffentlich alle Strophen des "Deutschlandliedes" zu singen.

Am 26. August fand im hessischen Staufenberg eine Kundgebung der neonazistischen Partei “Die Heimat” und ihrer Jugendorganisation “Junge Nationalisten” (JN) statt. Anlass war der Aufruf, vor dem dortigen Rathaus öffentlich alle Strophen des “Deutschlandliedes” zu singen.

Staufenberg ist für die rechtsextreme Szene kein neuer Schauplatz: Bereits im November zog "Die Heimat" durch den Stadtwald zum sogenannten Immelmann-Denkmal.

Staufenberg ist für die rechtsextreme Szene kein neuer Schauplatz: Bereits im November zog “Die Heimat” durch den Stadtwald zum sogenannten Immelmann-Denkmal.

Dort inszenierten die Neonazis ein Gedenken mit Kranzniederlegung und dem gemeinsamen Singen des "Deutschlandliedes". Das umstrittene Denkmal erinnert an das NS-Sturzkampfgeschwader "Immelmann" und wird seit Jahrzehnten von Rechtsextremen als Ort ihrer politischen Inszenierung genutzt.

Dort inszenierten die Neonazis ein Gedenken mit Kranzniederlegung und dem gemeinsamen Singen des “Deutschlandliedes”. Das umstrittene Denkmal erinnert an das NS-Sturzkampfgeschwader “Immelmann” und wird seit Jahrzehnten von Rechtsextremen als Ort ihrer politischen Inszenierung genutzt.

Die damalige Versammlung von "Die Heimat" in Staufenberg geriet ins Visier der Polizei. Nach einem Aufmarsch zum "Immelmann-Denkmal" sangen die Neonazis alle drei Strophen des "Deutschlandliedes". Daraufhin beendete die Polizei die Veranstaltung und nahm die Personalien der Teilnehmer auf.

Die damalige Versammlung von “Die Heimat” in Staufenberg geriet ins Visier der Polizei. Nach einem Aufmarsch zum “Immelmann-Denkmal” sangen die Neonazis alle drei Strophen des “Deutschlandliedes”. Daraufhin beendete die Polizei die Veranstaltung und nahm die Personalien der Teilnehmer auf.

Auslöser für die erneute Kundgebung war der Streit um das "Deutschlandlied". Die Neonazis wollten die vorangegangene polizeiliche Auflösung ihrer Versammlung nicht auf sich beruhen lassen.

Auslöser für die erneute Kundgebung war der Streit um das “Deutschlandlied”. Die Neonazis wollten die vorangegangene polizeiliche Auflösung ihrer Versammlung nicht auf sich beruhen lassen.

Stattdessen nahmen sie den 185. Jahrestag der Entstehung des Liedes – Hoffmann von Fallersleben verfasste es 1841 – zum Anlass für eine politische Inszenierung vor dem Staufenberger Rathaus.

Stattdessen nahmen sie den 185. Jahrestag der Entstehung des Liedes – Hoffmann von Fallersleben verfasste es 1841 – zum Anlass für eine politische Inszenierung vor dem Staufenberger Rathaus.

Dass es um mehr als das "Deutschlandlied" ging, machten die Neonazis – darunter ein AfD-Gründungsmitglied – unmissverständlich klar. Sie stilisierten es zum Widerstandsbekenntnis gegen die bestehende Ordnung.

Dass es um mehr als das “Deutschlandlied” ging, machten die Neonazis – darunter ein AfD-Gründungsmitglied – unmissverständlich klar. Sie stilisierten es zum Widerstandsbekenntnis gegen die bestehende Ordnung.

In Redebeiträgen wurden Andersdenkende von einem AfD-Gründungsmitglied als "Parasiten" bezeichnet und die Überwindung eines sogenannten "Schuldkults" gefordert. Hinter der Chiffre steht die rechtsextreme Forderung, die Erinnerung an die NS-Verbrechen zu tilgen, Deutschlands historische Verantwortung abzustreifen und die NS-Diktatur ideologisch zu rehabilitieren.

In Redebeiträgen wurden Andersdenkende von einem AfD-Gründungsmitglied als “Parasiten” bezeichnet und die Überwindung eines sogenannten “Schuldkults” gefordert. Hinter der Chiffre steht die rechtsextreme Forderung, die Erinnerung an die NS-Verbrechen zu tilgen, Deutschlands historische Verantwortung abzustreifen und die NS-Diktatur ideologisch zu rehabilitieren.

Im historischen Nationalsozialismus wurde der Vergleich von Jüdinnen:Juden, Sinti und Roma oder anderen Feindbildern mit Parasiten oder anderen Tieren ebenfalls genutzt, um diese zu entmenschlichen und ihre Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung moralisch zu rechtfertigen.

Im historischen Nationalsozialismus wurde der Vergleich von Jüdinnen:Juden, Sinti und Roma oder anderen Feindbildern mit Parasiten oder anderen Tieren ebenfalls genutzt, um diese zu entmenschlichen und ihre Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung moralisch zu rechtfertigen.

Wie nah diese Ideologie an offener Gewalt liegt, zeigte auch ein zur Schau getragenes Bekenntnis zur rechtsterroristischen Gruppe "Knockout 51". Die hier auf einem Tshirt gezeigte Chiffre "Einundfünfzig"steht für eine Organisation, deren Mitglieder Anschläge auf politische Gegner planten.

Wie nah diese Ideologie an offener Gewalt liegt, zeigte auch ein zur Schau getragenes Bekenntnis zur rechtsterroristischen Gruppe “Knockout 51”. Die hier auf einem Tshirt gezeigte Chiffre “Einundfünfzig"steht für eine Organisation, deren Mitglieder Anschläge auf politische Gegner planten.

Als historisches Widerstandssymbol wurde auch Theodor Körner vereinnahmt, der im Lützowschen Freikorps gegen die napoleonische Besatzung kämpfte. Rechtsextreme übertragen dessen Kampf auf die Gegenwart und verklären ihn zum Vorbild für ihren eigenen "Widerstand" – eine politische Geschichtsklitterung, die historische Zusammenhänge bewusst ausblendet.

Als historisches Widerstandssymbol wurde auch Theodor Körner vereinnahmt, der im Lützowschen Freikorps gegen die napoleonische Besatzung kämpfte. Rechtsextreme übertragen dessen Kampf auf die Gegenwart und verklären ihn zum Vorbild für ihren eigenen “Widerstand” – eine politische Geschichtsklitterung, die historische Zusammenhänge bewusst ausblendet.

Zitieren

Recherche Nord: Nationalhymnen-Jubiläum mit der Heimat in Staufenberg, Staufenberg, 26.08.2026. Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2026-08-26-s/
Recherche Nord

Bevor Sie herunterladen

Danke für Ihr Interesse an dieser Dokumentation.

Die Aufnahmen entstehen ehrenamtlich, die Fahrten, die Ausrüstung und die juristische Absicherung bezahlen wir selbst. Wenn Sie das Material verwenden, unterstützen Sie bitte die Arbeit, die dahintersteht.

Nutzungsbedingungen

Wenn nicht anders gekennzeichnet, stehen die hier veröffentlichten Bilder unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC 4.0. Nichtkommerzielle Nutzung durch Einzelpersonen, Initiativen und Internetseiten ist damit ohne Rückfrage erlaubt, unter Nennung der Urheber:innen und der Rechteangaben. Über einen kurzen Hinweis freuen wir uns trotzdem.

Ergänzend zur Lizenz gilt: von der freien Nutzung ausgenommen sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten oder neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind.

Die kommerzielle Verwendung von Bild- und Videomaterial durch Agenturen, Internetseiten, Medien und andere bedarf einer vorherigen Lizenzvereinbarung und ist an ein Honorar gebunden. Bei Säumnis wird die übliche Lizenzgebühr zuzüglich Säumniszuschlag fällig.

Bildnachweis
© recherche-nord — Nationalhymnen-Jubiläum mit der Heimat in Staufenberg, 26.08.2026
Arbeit unterstützen

Unterstützt unabhängige Recherchen

Als nicht gewinnorientierte Rechercheplattform freuen wir uns über Unterstützung von Dir, um unsere Arbeit auszubauen.

Die Unterstützung fließt direkt in unsere Arbeit: Dokumentation von Veranstaltungen, investigative Recherchen im Themenfeld, Aufarbeitung und Verarbeitung von Informationen und Rechercheergebnissen.

Unterstützen