„Heimatabend“ in Dortmund-Dorstfeld
Erneut trafen sich Neonazis in Dortmund. Hier ging es um Vernetzung, die Gewinnung von Nachwuchs und die Festigung nationalsozialistischer Strukturen.
Bei den „Heimatabenden“ handelt es sich um regelmäßig stattfindende Treffen der regionalen Neonaziszene, die abwechselnd in Dortmund und Essen stattfinden. Sie dienen als öffentliche Anlaufstelle für Interessierte und zugleich der Vernetzung und Festigung neuer Anhänger:innen.
Die Treffen erfüllen damit auch eine Funktion bei der Heranführung an nationalsozialistische Strukturen und Ideologien. Insbesondere für jüngere Interessierte bieten sie einen niedrigschwelligen Zugang zur organisierten Neonaziszene.
Der nun in Dortmund stattgefundene „Heimatabend“ fiel erneut vergleichsweise klein aus. Eine Zunahme der Teilnehmerzahl war bei der aktuellen Veranstaltung nicht festzustellen.
Die geringe Teilnehmerzahl bei den Veranstaltungen sagt dabei wenig über die Aktivität der lokalen Neonaziszene insgesamt aus. Am 19. September kam es am Wilhelmplatz in Dortmund-Dorstfeld zu einem Vorfall, bei dem zwei Personen von einer Gruppe von etwa zehn Männern bedrängt, geschoben und gezogen wurden, nachdem sie Aufkleber neonazistischer Organisationen von einem Laternenmast entfernt hatten. Einer der Betroffenen soll dabei zudem auf den Rücken geschlagen worden sein.
Die rückläufige Mobilisierungsfähigkeit darf dabei nicht mit eine Rückgang von Aktivitäten der lokalen Neonaziszene verwechselt werden. Der Vorfall am Wilhelmplatz macht deutlich, dass ein kleiner Kreis ausreicht, um politische Auseinandersetzungen in körperliche Übergriffe münden zu lassen. Die Mobilisierungsfähigkeit der Szene und ihr Gewaltpotenzial sind daher getrennt voneinander zu betrachten.
Zitieren
Recherche Nord: „Heimatabend“ in Dortmund-Dorstfeld, Dortmund, 25.09.2026.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2026-09-29/